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Weitwandern: 7 Tipps für die richtige Routenplanung
Foto: Alexander Papis / Red Bull Media House Publishing
Es gibt garantiert den richtigen Weitwanderweg für dich! Dieser Artikel hilft dir dabei, ihn zu finden, und gibt dir Empfehlungen für die Einteilung der Etappen und Planung der Unterkünfte.
Inhalt
- 1. Welche Weitwanderwege kann ich mir zutrauen?
- 2. Wann ist die beste Zeit für eine Weitwanderung?
- 3. Wie teile ich mir auf einer Weitwanderung den Weg am besten ein?
- 4. Muss ich mich unbedingt an die empfohlene Etappeneinteilung halten?
- 5. Wie finde ich die passenden Unterkünfte?
- 6. Kann ich mein Gepäck transportieren lassen?
- 7. Wie kann ich für den Fall vorsorgen, dass ich abbrechen muss?
- Bergwelten-Event 2025: Mein erster 3.000er
1. Welche Weitwanderwege kann ich mir zutrauen?
Bei der Wahl des passenden Weitwanderwegs orientiert man sich am besten am bisherigen Leistungsniveau. Die wichtigsten Parameter sind Gehdauer, Distanz, Höhenmeter und die Schwierigkeit der einzelnen Etappen – all das sollte man mit jenem Niveau vergleichen, das man üblicherweise auf Tageswanderungen schafft. Zu beachten ist freilich, dass beim Weitwandern das Gepäck schwerer ausfällt. Gröbere technische Herausforderungen hat ein Weitwanderweg für gewöhnlich nicht.
Wenn du weniger auf dein eigenes Bauchgefühl hören, sondern eher der Statistik vertrauen möchtest: Als Anhaltspunkt kann man davon ausgehen, dass man mit durchschnittlicher Kondition
in der Ebene circa eine Stunde pro 4 Kilometer benötigt,
300 Höhenmeter Aufstieg in der Stunde oder
500 Höhenmeter bergab schafft.
Als Faustregel für die Schwierigkeit von Wegen gilt:
Leichte Wanderung: max. 200 Höhenmeter pro Kilometer
Mäßige Wanderung: 200 – 400 Höhenmeter pro Kilometer
Anspruchsvolle Wanderung: ab 400 Höhenmeter pro Kilometer
Detailliertere Infos zur Klassifizierung von Wegen findest du hier:
Wegtypen: Welchen Weg traust du dir zu?
Als Anfänger oder Anfängerin sollte man sich bei der Planung lieber noch Reserven lassen, um unnötigen Stress und Überbelastungen zu vermeiden. Natürlich gewinnt man beim tagelangen Wandern mit der Zeit auch Kondition und Kraft, dieser Prozess dauert aber eher Wochen als Tage.
Arten von Weitwanderwegen:
Zum Einstieg ins Weitwandern und als aussagekräftiger Test, wie belastbar man auf mehrtägigen Strecken wirklich ist, eignen sich 3-Tages-Wanderungen. Wir haben einige der schönsten im Alpenraum für dich zusammengefasst:
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3 Tage unterwegs: Wandertouren für ein Wochenende
Ein Höhenweg verläuft relativ konstant in einer bestimmten Höhenlage, zum Beispiel entlang eines Bergkamms, und verbindet oft Schutzhütten miteinander. Abstiege ins Tal sind auf einem Höhenweg nicht vorgesehen – freilich sammelt man auch hier Höhenmeter.
Weitwanderwege in den Alpen: Die meisten Weitwanderwege in den Alpen sind naturgemäß Höhenwege. Von der Alpenüberquerung bis zum Vinschger Höhenweg – hier findest du eine Auswahl:
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Die schönsten Weitwanderwege der Alpen
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Die 8 schönsten Weitwanderwege der Schweiz
Die zwölf Europäischen Fernwanderwege E1 bis E12 wurden durch die Europäische Wandervereinigung und deren Mitgliedsorganisationen festgelegt. Ursprünglich galt als Kriterium eine Länge von mindestens 500 Kilometern und ein Verlauf durch drei oder mehr Staaten. Hier eine Auflistung des Alpenvereins.
Internationale Trails: Vom legendären Pacific Crest Trail entlang der US-Westküste bis zum Great Ocean Walk in Australien – wenn du vom ganz großen Weitwanderabenteuer träumst, solltest du dir diese Listen der Königsliga ansehen:
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10 der beliebtesten Weitwanderwege weltweit
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Weiter gehen: 8 Weitwanderwege für jeden Typ
2. Wann ist die beste Zeit für eine Weitwanderung?
Natürlich ist es verlockend, schon im Frühling loszugehen, wenn es im Flachland schon grün ist und die länger werdenden Tage unsere Wanderlust wecken. In den Bergen liegt aber je nach Witterung bis Mai oder Juni oft noch viel Schnee – Übergänge über Pässe sind dann oft nicht oder nur erschwert passierbar. Auch viele Hütten in höheren Lagen öffnen nicht vor Ende Juni. Bei der Planung einer Weitwanderroute müssen also unbedingt auch die aktuelle Schneelage und die Hütten-Öffnungszeiten berücksichtigt werden. Das gilt natürlich insbesondere für alpine Wege – für flache Weitwanderungen eignet sich der Frühling mit seinen noch nicht zu heißen Temperaturen ideal. Ab September wiederum muss im Hochgebirge wieder mit Wintereinbrüchen gerechnet werden. Die Ausrüstung sollte entsprechend angepasst sein und um festes Schuhwerk, Grödeln, Stöcke, warme Kleidung, Handschuhe, Haube etc. erweitert werden.
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3. Wie teile ich mir auf einer Weitwanderung den Weg am besten ein?
Wie bereits erwähnt, kommt beim Weitwandern das umfangreichere Gepäck im wahrsten Sinne des Wortes erschwerend dazu, außerdem besteht auch immer die Gefahr, dass insbesondere neue Schuhe anfangs Schmerzen und/oder Blasen verursachen können. Auch das Wetter – ausgiebiger Regen, große Hitze etc. – kann einem zu schaffen machen und an den Kräften zehren. Als Anfänger oder Anfängerin sollte man die ersten Tages-Wegstrecken daher eher etwas konservativer planen.
Für die erste mehrtägige Wanderung sind in den ersten 2-3 Tagen Strecken zwischen 10 und 15 km ratsam, danach kann man sich langsam steigern und in etwa 20 bis 25 km pro Tag zurücklegen. Das ist natürlich immer auch von der Schwierigkeit und der Wegebeschaffenheit der jeweiligen Etappe abhängig. Bei ausreichendem Zeitbudget ist es meistens kein Fehler, zwischendurch auch mal eine kürzere Etappe oder sogar einen Pausentag zur Erholung einzuplanen (zum Beispiel einen pro Woche).
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4. Muss ich mich unbedingt an die empfohlene Etappeneinteilung halten?
Diese Frage ist mit dem vorangegangenen Punkt bereits beantwortet. Man muss sich nicht zwingend an die (von Wanderführern oder Tourenportalen) vorgegebene Etappeneinteilung halten bzw. gibt es gute Gründe, diese individuell gemäß Fitnessgrad und Belastbarkeit zu gestalten. Allerdings sind offizielle Etappenziele meist so gelegen, dass am Ende des Tages eine Unterkunft – sei es eine Hütte, eine Pension oder ein Gasthof – vorhanden ist. Planst du deine Etappen selbst, musst du deine Unterkünfte selbst recherchieren und vor allem in der Hauptwandersaison unbedingt rechtzeitig buchen.
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5. Wie finde ich die passenden Unterkünfte?
In den offiziellen Beschreibungen eines Weitwanderweges in Wanderführern oder auf Tourenportalen sind Übernachtungsmöglichkeiten angegeben – auf Hochtouren, die von Hütte zu Hütte führen, ist die Sache ohnehin klar, da es nur eine Option gibt. Wer auf Hütten übernachtet, sollte zumindest in der Hauptsaison vorab überprüfen, ob ein Schlafplatz frei ist. Allein kommt man zumeist auch bei hoher Auslastung irgendwo unter, zu zweit oder als Gruppe sollte man aber unbedingt rechtzeitig reservieren. Bei vielen Alpenvereinshütten geht das mittlerweile auch online.
Auf Weitwanderwegen, die nicht ausschließlich als Hüttenwanderung angelegt sind, gibt es auch die Möglichkeit, im Tal – etwa in Hotels, Pensionen oder Gasthöfen – zu übernachten, dort sind die Schlafplätze nicht ganz so rar wie oberhalb der Baumgrenze.
Ein passabler Tipp, um die Herbergssuche zu erleichtern, ist es in jedem Fall, den jeweiligen Tourismusverband einer Region zu Hilfe zu ziehen.
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6. Kann ich mein Gepäck transportieren lassen?
Die Planung einer Weitwanderung kann beim ersten Mal schon herausfordernd sein, doch es zahlt sich aus, Mühe in das Projekt zu stecken – umso größer wird die Genugtuung sein, wenn es gelingt. Möchtest du dennoch auf Komfort setzen, oder fehlt dir schlicht die Zeit, kannst du mittlerweile aus einer ganzen Reihe von Mehrtagestouren wählen, bei der die organisatorischen Belange in unterschiedlichen Ausmaßen – vom Transport des Gepäcks bis hin zur kompletten Planung – für dich erledigt werden. So etwa beim KAT Walk Alpin in den Kitzbüheler Alpen oder beim Alpe-Adria-Trail, für den sogar ein offizielles Buchungscenter für die individuelle Planung des Wunschweges eingerichtet wurde.
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7. Wie kann ich für den Fall vorsorgen, dass ich abbrechen muss?
Es ist bei einem Weitwanderweg immer ratsam, „Exits“ einzuplanen, also Möglichkeiten, ihn frühzeitig abzubrechen. Abstiege ins Tal sind dort sinnvoll, wo Bus- oder Bahnverbindungen für eine Rückreise zur Verfügung stehen.
Solltest du im alpinen Gelände erkranken oder durch eine Verletzung nicht mehr weiter können, wählst du den alpinen Notruf 140 (Euro-Notruf 112). Für das Weitwandern ist es sehr ratsam, zusätzlich zur normalen Unfallversicherung eine Versicherung über einen der alpinen Vereine abzuschließen, die auch die Kosten einer alpinen Rettung deckt.
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Muss man für einen Rettungseinsatz in den Bergen zahlen?
Im nichtalpinen Gelände sucht man im Fall einer Erkrankung den örtlichen Arzt oder die örtliche Apotheke auf. Manche Versicherungen – etwa der ÖAMTC-Schutzbrief – decken im Bedarfsfall eine Rückholung ab. Jedenfalls muss man im Vorfeld unbedingt abklären, welche Leistungen eine Versicherung deckt und welche nicht, wobei hier auch Unterschiede je nach Reiseland berücksichtigt werden müssen.
Bergwelten-Event 2025: Mein erster 3.000er
Einmal auf einem 3.000er stehen und auf die Welt hinunterblicken. Wenn du dieses Jahr deinen ersten (oder einen weiteren) 3.000er besteigen möchtest, sei dabei beim nächsten Bergwelten-Praxiskurs von 27. - 29. Juni 2025 in Galtür. Gemeinsam mit erfahrenen Bergführern erklimmen wir die 3.114 m hohe Gamsspitze.
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Mein erster 3.000er
Einmal auf einem 3.000er stehen und auf die Welt hinunterblicken: Hier findest du alle Infos zum Bergwelten-Praxiskurs von 27.-29. Juni 2025 und kannst dich anmelden.
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