Alpen-Tour: Gemeinsam ins Ziel!
Mitglieder und Freude der Alpenvereinssektion Haus im Ennstal waren 50 Tage unterwegs, um eine Brücke zu schlagen: vom höchsten Berg der Alpen, dem Mont Blanc, über den Dachstein, den höchsten Berg der Steiermark, bis nach Haus im Ennstal.
Es waren noch genau sieben Etappen, die das Team vom großen Finale trennten. Der erste Abschnitt führte bei traumhaftem Herbstwetter über die drei Gipfel Hundstein, Hochkasern und Klingspitz nach Dienten am Hochkönig. An diesem Tag durften wir uns über einige tierische Begleiter freuen: von röhrenden Hirschen über einen Auerhahn bis hin zu Gämsen und Murmeltieren. „Voi schee wor’s!“, lautet das Abschlussstatement im Tourenbuch.
Nach dem sonnigen Wochenende zeigte sich das Wetter tags darauf wieder von seiner ungemütlichen Seite. Auf dem Teilabschnitt von Dienten nach Pfarrwerfen dominierten bis zum Arthurhaus einmal mehr Nebel und Regen. Die lange Etappe wurde zum eintönigen Gänsemarsch.
Der folgende Abschnitt nach Lungötz war zumindest wieder trocken. Über die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte wurde das Plateau des Tennengebirges erreicht und dann ins Lammertal abgestiegen.
Beliebt auf Bergwelten
Vollmond – das Stichwort für die Nacht
Um Mitternacht erfolgte der Start in Lungötz. Nur vom Mond erleuchtet, führte die Strecke über die Arzbergalm auf die Hofpürgelhütte, wo die ersten Wolken aufzogen. Die Stirnlampen kamen zum Einsatz. Beim weiteren Aufstieg gesellten sich auch noch starker Wind und Nebel dazu. Die Orientierung fiel immer schwerer und das Zweierteam war heilfroh, als die morgendliche Dämmerung einsetzte. Der wärmende Tee auf der Dachstein-Südwandhütte war eine Wohltat.
In den letzten Tagen stieg die Nervosität angesichts der bevorstehenden Besteigung des Dachsteins. Immer wieder schneite es am Gletscher und die Temperaturen bewegten sich kaum über dem Gefrierpunkt.
Auch beliebt
Leider war der geplante Aufstieg zur Seethalerhütte – über die Klettersteige Anna und Johann – wegen Vereisung nicht möglich. Also wurde die Route kurzerhand über den Gletscher umgeplant. Und obwohl wir bis zum Vortag geglaubt hatten, dass es nicht möglich sein würde, war – aufgrund der warmen Temperaturen – der Gipfel des Dachsteins doch noch sicher machbar. Nach dem Abstieg über den Randkluftsteig traf man bei der Seethalerhütte auf das Nachfolgeteam.
Am Nachmittag führte der Weg erst über den Schladminger Gletscher und weiter über die Feisterscharte zum Guttenberghaus. Mit einem stimmungsvollen Abend auf der Hütte fand der Tag seinen Ausklang.
Das Ende naht
Die Spannung stieg. Nur noch zwei Abschnitte und die Wettervorhersage war hervorragend. Auf bestens bekannten Wegen machte sich am nächsten Morgen ein Sechserteam auf den Weg. Erst immer Richtung Osten zur Grafenbergalm und weiter auf die Luserwand. Nach einer gemeinsamen Rast samt Austausch vieler Erinnerungen fehlte nur noch der Abstieg zur Stornalm, um das vorletzte Teilstück abzuschließen.
Eine Nostalgiewanderung mit vielen Mitgliedern der Sektion sollte das Finale der ALPEN-TOUR einläuten. Ein erhebender Moment, als die ersten historisch gekleideten Freunde in Sichtweite kamen und mit einem „Juchaza“ ihre Freude kundtaten. Rasch brach man gemeinsam auf. Gut 20 Wanderer machten sich auf den Weg. Erst auf den Kufstein, den „Hausberg“ der Sektion.
Von jetzt an sollte es nur mehr talwärts gehen. Am Weg nach Haus im Ennstal trafen wir immer mehr Teilnehmer der ALPEN-TOUR, die sich uns für die letzten Kilometer anschlossen. Bei der letzten Rast am wunderschönen Ahornsee durfte ich den letzten Eintrag ins Tourenbuch schreiben. Danach stiegen wir rasch ins Tal ab, um rechtzeitig beim Treffpunkt für den finalen Einzug zu sein.
Um die 100 Mitwanderer waren zusammengekommen, um den letzten Kilometer gemeinsam zurückzulegen. Unendlich groß war die Freude, als wir vom Bürgermeister, dem Pfarrer, der Musikkapelle und vielen Besuchern empfangen wurden. Nach einem stimmungsvollen Schlussakt – mit Übergabe des Tourenbuchs an die 1. Vorsitzende der Sektion – wurde noch ausgiebig gefeiert und auf den Erfolg dieses einzigartigen Projektes angestoßen.
Die ALPEN-TOUR 2021
Gut ein Jahr waren wir letztendlich mit der Planung und Durchführung der ALPEN-TOUR 2021 beschäftigt. Viele neue Freundschaften sind entstanden und wir sind überwältigt vom Gefühl, eine solch große Herausforderung gemeinsam gemeistert zu haben. Mit Mont Blanc und Dachstein lagen sogar zwei namhafte Berge auf der Route. Viel wichtiger als jede sportliche Leistung ist aber, dass die Tour ohne Verletzungen beendet werden konnte.
Das Motto „Berg-Glück-Segen“ ist mittlerweile zum oft verwendeten Gruß in der Sektion geworden und wird uns wohl noch oft an diese außergewöhnliche Zeit erinnern.